Archiv für 24. August 2009

Besteuerung von Mieteinnahmen in Kroatien

Als Inhaber einer Eigentumswohnung oder sonstigen Immobilie in Kroatien stellt sich oft die Frage: Was tun mit den Räumlichkeiten, wenn man nur einen Bruchteil des Jahres selbst anwesend ist.

Eine Vermietung von Zimmern/Apartments ist oft nur während der kurzen touristischen Saison möglich und soll deswegen an anderer Stelle behandelt werden.

Verbleibt also die längerfristige  Vermietung zu Wohn- oder gewerblichen Zwecken.

Die Vermietung von Wohnungen muss – anders als in Deutschland – beim Finanzamt angemeldet und der Mietvertrag vorgelegt werden. Aufgrund des Mietvertrages setzt das Finanzamt sofort die – meist vierteljährlichen – Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer fest. Auch die Mieteinkünfte von Ausländern unterliegen der kroatischen Einkommensteuer, da bei Vorliegen eines Doppelbesteuerungsabkommen in der Regel das Belegenheitsprinzip für Immobilien gilt; gibt es kein DBA , so verfügt Kroatien ohnehin über das Besteuerungsrecht.

Umsatzsteuerlich ist die Vermietung von Wohnraum - unabhängig von der Höhe des Mietzinses – unbeachtlich. Der Vermieter muss sich also nicht für die Mehrwertsteuer (PDV) registrieren lassen.

Bei der Vermietung zu gewerblichen Zwecken - gesonderte Voraussetzugen sind zu beachten – oder als Büroraum – ist in den unteren Geschossen meist ohne gesonderte Erlaubnis möglich – ist allerdings zu beachten, dass beim Überschreiten der "Kleinunternehmer-"Grenze in Höhe von 85.000 HRK (ca. 12.000 €) jährlich eine Pflicht zur Registrierung als Mehrwertsteuerpflichtiger besteht. Darüber hinaus müssen rechtlich ordnungsgemäße Rechnungen – zusätzlich zum Mietvertrag – ausgestellt werden und die Umsatzsteuer gleichzeitig mit der Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt abgeführt werden.

Weiterhin ist zu beachten, dass die Mieteinnahmen auf einem gesonderten Girokonto zu vereinnahmen sind, auf welches die Finanzverwaltung ungehinderten Zutritt hat.

Wegen der relativen Kompliziertheit der Angelegenheit ist dringend die Hinzuziehung eines Steuerberaters zu empfehlen.

 

Mehrwertsteuererhöhung trifft auch Immobilien

Die überfallartig von der Regierung beschlossene Erhöhung der Umsatzsteuer in Kroatien von 22 auf 23 % wird vermutlich auch Auswirkungen auf die Immobilienpreise haben. Bekanntlich unterliegt die Veräußerung von Neubauten in Kroatien der Umatzsteuer, so dass die Bauherren zumindest versuchen dürften, diese Steuererhöhung auf die Endverbraucher abzuwälzen. Ob dies angesichts der Finanzkrise und der mangelnden Nachfrage tatsächlich gelingt, ist aber eine andere Frage.

 

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